Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben eine Reisewarnung bezüglich des Wiederauftretens des Poliovirus in 32 Ländern weltweit herausgegeben. Diese Entwicklung verdeutlicht ein wachsendes globales Gesundheitsproblem, da die Impfraten sinken und jahrzehntelange Fortschritte bei der Bekämpfung dieser schwächenden Krankheit möglicherweise zunichte gemacht werden.
Globales Polio-Wiederaufleben
Zu den betroffenen Regionen gehören Teile Europas – etwa das Vereinigte Königreich, Deutschland, Polen, Spanien und Finnland – sowie Gebiete in Afrika (einschließlich Tansania) und im östlichen Mittelmeerraum (einschließlich Israel und Afghanistan). Das CDC rät Reisenden zu diesen Reisezielen, sicherzustellen, dass sie vollständig gegen Polio geimpft sind, wobei Auffrischungsimpfungen auch für diejenigen empfohlen werden, die die erste Impfserie abgeschlossen haben.
Experten betonen, dass das Risiko für vollständig geimpfte Personen zwar außergewöhnlich gering ist, der Rückgang der weltweiten Impfraten jedoch das Potenzial für Ausbrüche erhöht. „Wenn Sie vollständig geimpft sind, ist Ihr Risiko, eine Polio-Infektion zu bekommen, äußerst gering – nahe Null“, erklärt Dr. Robert H. Hopkins Jr., medizinischer Direktor der National Foundation for Infectious Diseases (NFID). Der allgemeinere Trend ist jedoch besorgniserregend.
Warum Polio weiterhin eine Bedrohung darstellt
Polio ist eine hoch ansteckende Krankheit, die durch fäkale Kontamination und kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Während die meisten Infektionen asymptomatisch verlaufen, führt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1 von 200 Fällen zu einer irreversiblen Lähmung, wobei 5–10 % der gelähmten Personen an Atemversagen sterben. Es gibt keine Heilung für Polio; Prävention durch Impfung bleibt die einzig wirksame Verteidigung.
Die Vereinigten Staaten haben Polio durch umfassende Impfbemühungen ausgerottet, wobei seit 1979 keine einheimischen Fälle mehr gemeldet wurden. Allerdings bergen weltweit sinkende Impfraten die Gefahr einer Wiedereinführung, insbesondere durch ungeimpfte Reisende, die das Virus in ihre Gemeinden zurückbringen.
Impfskepsis und sinkende Raten
Die durch Fehlinformationen, Misstrauen gegenüber Institutionen und kulturelle Überzeugungen angeheizte Impfskepsis führt weltweit zu einem Rückgang der Impfraten. CDC-Daten zeigen, dass die Polioimpfung bei Kindergartenkindern im Schuljahr 2024–25 auf 92,5 % zurückgegangen ist. Beunruhigenderweise schlagen einige einflussreiche CDC-Berater nun vor, die Polioimpfung als persönliche Entscheidung und nicht als routinemäßige Empfehlung darzustellen, was diesen Rückgang möglicherweise beschleunigen könnte.
Experten warnen, dass die USA ihren poliofreien Status verlieren könnten, wenn dieser Trend anhält. Dr. Adam Lauring von der University of Michigan Medical School stellt fest, dass viele Ärzte noch nie einen Fall von Polio aus erster Hand gesehen haben, was dazu führt, dass sie sich ihrer Schwere nicht bewusst sind: „Die Auswirkungen können schwerwiegend sein, da einige Patienten ihre Arme und Beine nicht mehr benutzen können und andere an Beatmungsgeräte angewiesen sind.“
CDC-Empfehlungen und Reisebewusstsein
Das CDC fordert Reisende in Hochrisikogebiete dringend auf, ihren Impfstatus zu überprüfen und Auffrischimpfungen in Betracht zu ziehen. Experten empfehlen außerdem Personen mit geschwächtem Immunsystem, vorsorglich eine Impfung zu priorisieren. Einige Regionen auf der Empfehlungsliste, wie etwa das Vereinigte Königreich, könnten Reisende überraschen, die mit dem weltweiten Wiederaufleben der Kinderlähmung nicht vertraut sind.
„Vielleicht denken Sie vor Ihrer Reise nach London nicht: ‚Hey, ich lasse mich besser gegen Polio impfen‘“, sagt Dr. Laurin. „Bleiben Sie also darüber informiert, in welchen Gebieten Viren zirkulieren.“
Das zunehmende weltweite Poliorisiko unterstreicht, wie wichtig es ist, eine hohe Impfrate aufrechtzuerhalten, um Ausbrüche zu verhindern und die öffentliche Gesundheit zu schützen.





























