Millionen Menschen sind von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen, die das Atmen zunehmend erschwert. Zwar gibt es keine Heilung, aber die Behandlung der Symptome und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs erfordern Sauerstofftherapie, Medikamente und Änderungen des Lebensstils. Aber welche Rolle können Nahrungsergänzungsmittel, wenn überhaupt, spielen?
Die FDA regelt die Sicherheit oder Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln nicht, daher ist es wichtig, vor Beginn einer neuen Kur einen Arzt zu konsultieren. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte Nährstoffe hilfreich sein könnten, allerdings gibt es dafür nur wenige eindeutige Beweise.
Omega-3-Fettsäuren: Ein potenzieller Nutzen
Studien deuten darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren Entzündungen reduzieren und die Lungenfunktion verbessern können. Eine taiwanesische Studie brachte eine mediterrane Ernährung (reich an Omega-3-Fettsäuren) mit einer geringeren Sterblichkeitsrate bei COPD-Patienten in Verbindung. Eine kleinere ungarische Studie zeigte, dass eine Omega-3-Supplementierung die Gehstrecke verbesserte und das Aufflammen von Symptomen reduzierte.
Experten warnen jedoch davor, sich zu sehr auf Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen. Dr. Mark Dransfield von der University of Alabama warnt davor, dass zwar Zusammenhänge bestehen, der Nachweis eines direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs jedoch schwer zu beweisen sei.
Fazit: Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist (Lachs, Thunfisch, Leinsamen), kann hilfreich sein, Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch mit Ihrem Arzt besprochen werden.
Vitamine A, C und E: Antioxidative Unterstützung
Diese Vitamine bekämpfen freie Radikale, die Zellen schädigen, wodurch möglicherweise das COPD-Risiko verringert und die Symptome gelindert werden. Eine schwedische Studie legte nahe, dass eine an diesen Vitaminen reiche Ernährung zur Vorbeugung von COPD beitragen könnte, während eine ungarische Studie ergab, dass Nahrungsergänzungsmittel die Atemfunktion verbesserten und Entzündungen reduzierten.
Experten legen Wert darauf, Nährstoffe zunächst aus Vollwertkost (Süßkartoffeln, Tomaten, Beeren) zu gewinnen. Dr. Mariah Jackson vom University of Nebraska Medical Center weist darauf hin, dass bei unzureichender Nahrungsaufnahme unter ärztlicher Aufsicht Nahrungsergänzungsmittel in Betracht gezogen werden könnten.
Fazit: Priorisieren Sie eine farbenfrohe, nährstoffreiche Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel können bei bestehenden Mängeln hilfreich sein, sollten jedoch von einem medizinischen Fachpersonal angeleitet werden.
Kalzium: Knochengesundheit bei der COPD-Behandlung
Die langfristige Einnahme von Steroiden, wie sie bei der COPD-Behandlung häufig vorkommt, erhöht den Kalziumbedarf und das Osteoporoserisiko. Eine Nahrungsergänzung kann den Knochenverlust minimieren. Gute Quellen sind Milchprodukte, Blattgemüse und angereicherte Pflanzenmilch.
Fazit: COPD-Patienten, die Steroide einnehmen, sollten die Kalziumaufnahme mit ihrem Arzt besprechen. Eine Blutdichtemessung kann dabei helfen, festzustellen, ob eine Nahrungsergänzung erforderlich ist.
Vitamin D: Mangel beheben
Über die Hälfte der COPD-Patienten entwickeln einen Vitamin-D-Mangel, der möglicherweise die Lungenfunktion verschlechtert. Eine Steroidtherapie kann die Resorption beeinträchtigen. Studien bringen einen Vitamin-D-Mangel mit häufigeren Krankheitsschüben in Verbindung.
Fazit: Ein Bluttest kann den Vitamin-D-Spiegel bestimmen. Bei einem Mangel kann eine Nahrungsergänzung erforderlich sein, die aktuellen Richtlinien empfehlen sie jedoch nicht routinemäßig.
Kurkuma: Begrenzte Beweise, potenzielle Risiken
Curcumin, der Wirkstoff in Kurkuma, hat entzündungshemmende Eigenschaften. Laborstudien deuten auf potenzielle Vorteile bei COPD hin, aber Studien am Menschen sind rar.
Fazit: Während Kurkumagewürz im Allgemeinen sicher ist, können Nahrungsergänzungsmittel mit Medikamenten (Blutverdünner, Chemotherapie) interagieren und Nebenwirkungen verursachen. Konsultieren Sie vor der Anwendung einen Arzt.
Das Gesamtbild
Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte Nährstoffe bei der Behandlung von COPD helfen können, Nahrungsergänzungsmittel sind jedoch keine alleinige Lösung. Eine ausgewogene Ernährung, medizinische Behandlung und Änderungen des Lebensstils (z. B. Raucherentwöhnung) bleiben der Kern der COPD-Behandlung.
Besprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel immer mit Ihrem medizinischen Team. Viele davon haben Wechselwirkungen mit Medikamenten oder können bei ausreichender Nahrungsaufnahme unnötig sein.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel folgt strengen Beschaffungsrichtlinien und nutzt peer-reviewte Studien, medizinische Experten und renommierte Institutionen, um die Genauigkeit sicherzustellen.
