Die versteckten Risiken Ihrer Kosmetiktasche: Warum abgelaufenes Make-up wichtig ist

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Das haben wir alle schon einmal erlebt: Wir haben versucht, das letzte bisschen Leben aus einer ausgetrockneten Mascara-Tube herauszupressen oder uns gefragt, ob die abgetrennte flüssige Foundation noch sicher zu verwenden ist. Da Kosmetika im Gegensatz zu Lebensmitteln nicht immer „faul“ aussehen oder riechen, kann man leicht davon ausgehen, dass sie unbegrenzt verwendet werden können.

Die Verwendung abgelaufener Produkte ist jedoch mehr als nur eine Frage der schlechten Konsistenz – sie kann ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Die Wissenschaft des Verderbens

Im Gegensatz zu Lebensmitteln sind die meisten Kosmetika in den USA gesetzlich nicht verpflichtet, ein Verfallsdatum zu tragen. Die bemerkenswerte Ausnahme bilden LSF-haltige Produkte, die von der FDA sowohl als Kosmetika als auch als Arzneimittel reguliert werden, um sicherzustellen, dass ihr Sonnenschutz wirksam bleibt.

Im Übrigen wird der „Ablauf“ von zwei Hauptfaktoren bestimmt:
1. Mikrobielle Kontamination: Sobald ein Produkt geöffnet wird, kommt es der Luft, den Fingern und der Haut in Kontakt. Dadurch gelangen Bakterien, Hefen und Schimmel in die Formel.
2. Zersetzung der Inhaltsstoffe: Mit der Zeit lässt die chemische Stabilität eines Produkts nach. Konservierungsstoffe verlieren ihre Fähigkeit, Keime zu bekämpfen, Emulgatoren können die Inhaltsstoffe nicht mehr miteinander vermischen und Öle können oxidieren (mit Sauerstoff reagieren) und so die Chemie des Produkts verändern.

Wie sich abgelaufenes Make-up auf Ihren Körper auswirkt

Die Folgen der Verwendung von altem Make-up variieren je nachdem, wo Sie es auftragen. Die Risiken lassen sich jedoch im Allgemeinen in drei Kategorien einteilen:

1. Hautreizungen und Ausbrüche

Alte Flüssig- und Cremeprodukte sind häufig für Akne verantwortlich. Da die Öle in diesen Produkten oxidieren, ist es wahrscheinlicher, dass sie die Poren verstopfen und Pickel auslösen.

Für Menschen mit empfindlicher Haut, Ekzemen oder Rosacea sind die Risiken sogar noch höher. Da bei diesen Erkrankungen die Hautbarriere – die natürliche Abwehr des Körpers gegen äußere Reizstoffe – geschwächt ist, kann abgelaufenes Make-up leicht Folgendes verursachen:
* Stechen und Brennen.
* Kontaktdermatitis (juckende Hautausschläge).
* Schwere Ausbrüche bestehender Hauterkrankungen.

2. Augeninfektionen

Die Augen sind besonders gefährdet. Mascara gilt als eines der risikoreichsten Produkte, da es aufgrund seines hohen Feuchtigkeitsgehalts ein Nährboden für Mikroben ist. Darüber hinaus wandert der Applikatorstab direkt vom Produkt zum Wimpernkranz und erleichtert so die Übertragung von Bakterien wie Staphylococcus aureus.

Die Verwendung alter Augenprodukte kann zu Folgendem führen:
* Konjunktivitis (rosa Auge).
* Gerstenkörner (schmerzhafte Beulen der Augenlider).
* Blepharitis (Entzündung der Augenlidränder).

3. Lippenkontamination

Auch Lippenstifte und Glosse sind vor Verunreinigungen nicht gefeit. Bei jeder Anwendung eines Produkts werden Bakterien aus dem Mund zurück in die Tube übertragen. Ein besonderes Problem betrifft das Herpes-simplex-Virus ; Wenn während eines Lippenherpesausbruchs ein Lippenprodukt verwendet wird, kann das Virus auf dem Werkzeug verbleiben und zu möglichen erneuten Infektionen führen.

Ein Leitfaden zur Produktlebensdauer

Während bestimmte Marken variieren können, empfehlen Dermatologen, diese allgemeinen Zeitpläne für Produkte einzuhalten, sobald sie geöffnet wurden:

Produkttyp Typischer sicherer Nutzungszeitraum
Mascara & flüssiger Eyeliner ~3 Monate
Flüssige Foundation ~6–12 Monate
Puderprodukte (Lidschatten/Rouge) ~12–24 Monate
Lippenstift & Lipgloss ~12 Monate

Profi-Tipp: Wenn Sie eine Veränderung des Geruchs, der Textur oder der Farbe bemerken oder wenn sich ein Produkt gelöst hat und sich nicht wieder vermischen lässt, entsorgen Sie es sofort, unabhängig davon, wie lange Sie es bereits besitzen.

Fazit

Die Verwendung von abgelaufenem Make-up ist ein Risiko für die Gesundheit Ihrer Haut und Augen. Durch die Überwachung der Haltbarkeit Ihrer Produkte – insbesondere feuchtigkeitsreicher Produkte wie Mascara – können Sie unnötige Infektionen, Ausbrüche und Reizungen vermeiden.