Sitzend, aber intelligenter: Wie sich das, was Sie im Sitzen tun, auf die Gehirngesundheit auswirkt

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Neue Forschungsergebnisse stellen die lange verbreitete Annahme in Frage, dass Sitzen gesundheitsschädlich sei. Eine im American Journal of Preventive Medicine veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Art des sitzenden Verhaltens für die kognitiven Funktionen von entscheidender Bedeutung ist, insbesondere wenn wir älter werden.

Die 20-Jahres-Studie: Was sie herausfanden

Forscher am Karolinska-Institut in Schweden verfolgten fast zwei Jahrzehnte lang über 20.000 Erwachsene im Alter von 60 Jahren und älter und überwachten ihre Sitzaktivitäten und die daraus resultierende kognitive Leistung. Die Ergebnisse waren eindeutig: Personen, die Zeit mit Lesen oder Computernutzung verbrachten, hatten ein um 14 bis 23 % geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken im Vergleich zu Personen, die weniger geistig anregende Aktivitäten ausübten. Im Gegensatz dazu bestand bei starken Fernsehzuschauern ein um 24 % höheres Risiko für Demenz.

Der Hauptautor, Xin Dieses Ergebnis ist von Bedeutung, da es den Schwerpunkt von der vollständigen Eliminierung bewegungsarmer Tätigkeiten auf die Optimierung der Zeitnutzung verlagert.

Kognitive Reserve: Das Sicherheitsnetz des Gehirns

Der Schlüssel zu diesem Effekt liegt in dem, was Wissenschaftler als „kognitive Reserve“ bezeichnen. Betrachten Sie es als die Fähigkeit des Gehirns, Schäden durch Alterung oder Krankheit zu widerstehen. Geistig aktives Sitzverhalten – Lesen, Lernen, Problemlösen – stärkt diese Reserve, indem es das Gehirn dazu zwingt, Informationen zu verarbeiten, zu analysieren und zu speichern. Dies baut stärkere Nervenbahnen auf und schützt vor kognitivem Verfall.

Passive Aktivitäten wie Fernsehen sind zwar entspannend, bieten aber nicht das gleiche mentale Training. Das Gehirn empfängt Informationen, beschäftigt sich jedoch nicht aktiv damit, was einen geringeren kognitiven Nutzen bietet.

Praktische Schritte für einen gehirngesunden Lebensstil

Diese Untersuchung bedeutet nicht, dass Sie Ihre Lieblingssendungen ganz aufgeben sollten, sie zeigt jedoch Möglichkeiten für kleine, wirkungsvolle Änderungen auf. Hier sind ein paar Änderungen, um Ihre Sitzzeit gehirnfreundlicher zu gestalten:

  • Ersetzen Sie gedankenloses Scrollen durch Lesen: Halten Sie ein Buch oder einen E-Reader bereit.
  • Nehmen Sie an Rätseln oder Denkspielen teil: Kreuzworträtsel, Sudoku und Wortspiele bieten eine mentale Herausforderung.
  • Nutzen Sie die Bildschirmzeit zum Lernen: Nehmen Sie an einem Online-Kurs teil, lernen Sie eine neue Sprache oder erkunden Sie pädagogische Tutorials.
  • Strategiespiele spielen: Brett- oder Kartenspiele, die kritisches Denken erfordern, bieten kognitive Vorteile.

Entscheidend ist, dass dadurch die Bedeutung körperlicher Aktivität nicht negiert wird. Die Forscher betonen, dass geistiges Engagement zusätzlich zu regelmäßiger Bewegung ist und kein Ersatz dafür ist.

Das Fazit

Die Studie bekräftigt, dass wir mehr Einfluss auf unsere kognitive Zukunft haben, als uns oft bewusst ist. Durch die bewusste Auswahl geistig anregender Aktivitäten während der sitzenden Zeit können wir kognitive Belastbarkeit aufbauen und möglicherweise das Risiko einer Demenz verringern. Kleine Veränderungen in den täglichen Gewohnheiten, die über Jahrzehnte aufrechterhalten werden, können bedeutende langfristige Vorteile für die Gesundheit des Gehirns mit sich bringen.